Duftende Hilfe für müde Augen und gereizte Haut

Die Rose gilt nicht nur als Königin der Blumen, sondern auch als sanfte Helferin für Körper und Seele. Schwester Birgit Bek aus dem Kloster Reute vertraut auf die Geheimnisse der leuchtend bunten Rosenblüten. Für Heilzwecke eignen sich besonders ungespritzte Sorten wie Damaszener- oder Apothekerrosen. Frühmorgens geerntet und dunkel gelagert, entfalten die Blütenblätter ihre volle Kraft.

Sie ist eine Majestät. Die Königin der Blumen glänzt mit einer unüberschaubaren Fülle von Varianten. In Blumenläden, in Parks und vielen Hausgärten regieren die Rosen. 

Duftend und anmutig, anspruchsvoll und dornig. 

Schwester Birgit Bek von der Gärtnerei des Klosters Reute verbindet mit den Rosen aber vor allem Heilsames für Augen oder die Haut. „Da sind die Rosengewächse superstark“, zollt die Phytopraktikerin den Rosen Anerkennung. 

Rosen in der Medizin

Rosen spielen seit Jahrtausenden eine Rolle in der Kultur des Menschen. Und in der Medizin. Griechen und Römer wussten die Wirkung der Blüten zu schätzen, Karl der Große ordnete ihren Anbau zu Heilzwecken an. 

Hildegard von Bingen riet: „Sammle die Rosenblätter bei Tagesanbruch und lege sie über die Augen, sie machen dieselben klar …“ 

Zu einem sommerlichen Wohlgenuss lädt auch Schwester Birgit ein: „Einfach mal ins warme Gras legen und Gesicht und Augen mit frisch gepflückten Blütenblättern der Rose bedecken!“ Dem Duft der Rosenblüten schreibt die Pflanzenexpertin ohnehin eine wohltuende Wirkung zu: Ausgleichend für die Psyche, beruhigend bei Gefühlen wie Trauer, Angst oder Ärger. Also einfach mal ganz bewusst an einer Rose schnuppern – und tief einatmen.

Heilkraft der Rose

Für Heilzwecke, so die Ordensfrau, können alle Rosen verwendet werden. Die duftenden Beet- und Edelrosen aus den Gärten ebenso wie deren wilde Verwandte vom Waldrand. Üblicherweise werden für medizinische Zwecke allerdings Apotheker- oder Damaszenerrosen gepflanzt, weiß die Leiterin der Gärtnerei des Klosters Reute bei Bad Waldsee. Wichtig: „Blütenblätter von Rosen, die mit Chemie gespritzt oder mit Chemiedünger gedüngt sind, sollte man nicht verwenden.“ 

Erntezeit am frühen Morgen

Die Ernte der bunten Blätter voll aufgeblühter Rosen ist etwas für Frühaufsteher. Um die beste Ausbeute des Rosenaromas zu bekommen, geht es zur Zeit des Morgentaus los, zwischen 5 und 6 Uhr. Wenn die Sonne höher steht und wärmt, muss die Ernte abgeschlossen sein. Jetzt können die Blütenblätter frisch verwendet werden. Oder sie werden zum schonenden Trocknen ausgelegt. Und die Lagerung? „Die knisternd trockenen Blättchen müssen dunkel aufbewahrt werden. Sonnenlicht bleicht sie aus. Die Rose ist auch da sehr anspruchsvoll.“

Autor: Hubert Mathes

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