Mit Quitten Vitamin-Depots im Körper anlegen
Vor Jahrzehnten standen Quittenbäume noch in vielen Bauern- und Hausgärten. Irgendwann wurde es ruhig um das alte Obstgehölz, doch heute werden wieder vermehrt Quittenbäume gepflanzt. Das freut Schwester Birgit Bek, die Leiterin der Klostergärtnerei im Kloster Reute bei Bad Waldsee:
„Ein heimisches Obst, das wir allen exotischen Früchten vorziehen sollten.“
Die Früchte sind gute Spender der Vitamine A und C. Dazu kommen wichtige Spurenelemente, wie Eisen, Kupfer, Mangan, Kalium, Natrium oder Zink. Gerbsäuren, Tannine, Pektin und Schleimstoffe schenkt die gelbe Frucht obendrein.
Schwester Birgit: „Mit Quitten kann der Körper ein Depot von Vitaminen und Mineralstoffen anlegen.“
Heimische Quitten lassen sich allerdings roh nur schlecht verzehren. Aus dem harten Fruchtfleisch ist ungedünstet nur wenig Saft zu gewinnen. Wer sie genießen will, muss die Quitten verarbeiten. „Gelee, Marmelade, Mus, Saft“, zählt die Franziskanerin auf, was sich daraus zaubern lässt. „Auch im Kloster verarbeiten wir die Früchte unseres Quittenbaumes. Denn so ein Brot mit Quittengelee ist was Wunderbares.“
Tägliche Ration Gerbstoffe und Pektine
Quittenbrot, mit Zucker fest eingedicktes Fruchtmus, sei ebenfalls ein Genuss. Schwester Birgit empfiehlt, dafür Vollrohrzucker zu verwenden. „Jeden Tag ein Stückchen Quittenbrot essen, da hat man die tägliche Ration Pektin und Gerbstoffe.“ Pektine seien wichtig, weil sie unserem Körper helfen, Giftstoffe zu binden und auszuscheiden. Gerbstoffe ziehen diese Gifte wie ein Magnet aus dem Körper, erläutert die Phytopraktikerin. Auch Quittenmus hat lindernde Wirkung – bei Durchfall. Zugleich beruhigt es gereizte Magen- und Darmschleimhäute.
Aufbewahrung
Vor der Verarbeitung der vollreif geernteten Quitten kann man diese für einige Zeit im Haus lagern.
„Sie verströmen ein Duft, der jeden Raum erfrischt und der belebt.“
Diesen Duft kann man sogar haltbar machen: Schwester Birgit verwendet Quittenschale zum Räuchern. „Dabei kann man ruhig experimentieren und Quitte mit Tannennadeln oder Harz mischen. Auch Zistrose eignet sich dazu.“
Schwester Birgit erklärt, dass inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Räuchern Keime in der Luft reduziert. Schöne Nebenwirkung: Der Rauch entspannt Seele und Geist.
Autor: Hubert Mathes