Die Abwehrkräfte stärken
In der kalten Jahreszeit gilt es, sich gegen Erkältungskrankheiten zu stärken. Tage, an denen die Sonne sich gar nicht gegen den Nebel durchsetzen kann, machen unserer Seele und unserem Körper gleichermaßen zu schaffen. Die Abwehrkräfte aufzubauen und zu erhalten ist jetzt besonders wichtig, betont Schwester Birgit Bek, Phytopraktikerin im Kloster der Franziskanerinnen von Reute.
„Die nächste Grippe kommt bestimmt, doch nicht für den, der Thymian nimmt“, zitiert die Kräuterexpertin lachend den Volksmund.
Thymian - Antibiotikum der armen Leute
„Früher galt der Thymian auch als das ,Antibiotikum‘ der armen Leute.“ Weil da viel Wahres dran sei, gelte es, vom Thymian rechtzeitig Vorräte anzulegen. Die Schwester sammelt ihn in ihrem Heilkräuterfeld schon früh im Sommer, während der Blüte. Nach der Trocknung werden die feinen Thymian-Blättchen dann von den Zweigen gestreift und bei Bedarf jeweils frisch zu Pulver zermörsert.
Thymian ist für die Franziskanerin ein „Tausendsassa“: „Er kann ja fast alles und hilft gegen vieles.“
Thymian ist gut für Magen, Darm und Haut. Besonders wirksam sind Thymian-Aufgüsse aber bei verschiedenen Hustenarten, Bronchitis, bei grippalen Infekten, als wohltuender Badezusatz bei Erkältungen oder zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Zistrose - Depot an Abwehrstoffen
Bei Halsschmerzen zu helfen, dies hat das Küchen- und Heilkraut Thymian mit der Tee- und Heilpflanze Zistrose gemeinsam. Beide stehen an nasskalten Vorwintertagen bei Schwester Birgit hoch im Kurs. Schon in der Antike hätten naturkundige Menschen beobachtet, dass die Zistrose bei Krankheiten hilft. Heute wisse man, dass die Blätter reich an Polyphenolen und wertvollen ätherischen Ölen sind.
„Man kann vorbeugend sechs Wochen lang den Tee trinken. Zistrose gibt unserem Körper ein Depot an Abwehrstoffen. Die Wirkstoffe verhindern, dass Krankheitserreger an unsere Körperzellen ,andocken‘ können.“
Generell helfe Cistus bei Entzündungen innerlich und äußerlich, zur Regulation des Cholesterinspiegels, bei Magenproblemen, Irritationen von Haut und Schleimhäuten, Pilzerkrankungen. Und die Zistrose mit ihren behaarten Zweigen und Blättern und ihren zerknitterten Blütenblättern hilft übrigens auch, Hautfältchen zu straffen und Haare glänzen zu lassen.
Autor: Hubert Mathes