„Grünkraft“ gegen die Frühjahrsmüdigkeit
Wenn die Tage länger werden und die Kraft der Sonne nach dem Winter zunimmt, sprießen die grünen Blättchen dem Frühling entgegen. Zu den ersten in dieser Jahreszeit gehören bei den Wildkräutern Löwenzahn, Brennnessel und Giersch.
„Im Frühling verlagert sich die Kraft der Pflanzen von der Wurzel in den Neuaustrieb, daher stecken Knospen und erste Blätter nun voller Power“, weiß Schwester Birgit Bek.
„Hildegard von Bingen hat zu ihrer Zeit von der Grünkraft gesprochen. Wir wissen heute, dass es diese Kraft so nicht gibt, aber die Energie der Pflanzen können wir uns zu Nutze machen.“
Entschlackungskur
Schwester Birgit, die in Reute die Klostergärtnerei leitet, schwört jetzt auf eine Entgiftung des Körpers. „Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Weniger Sonne, fehlende Bewegung und die oft vitaminarme Ernährung machen uns schlapp.“ Der so genannten Frühjahrsmüdigkeit kann man mit einer Entschlackungskur begegnen, mit der man zugleich Umweltgifte aus der Nahrung wieder los wird.
„Schlacken“, so die Pflanzenkundlerin, nenne der Laie die Stoffwechsel-Endprodukte, die der Körper nicht mehr vollständig ausscheidet, sondern im Gewebe ablagert. „Ein schlechtes Hautbild, Müdigkeit, Kopfschmerzen, rheumatische Beschwerden und manch andere Zipperlein sind dann mögliche Symptome.“
Dagegen sind mit Löwenzahn, Brennnessel und Giersch einige Kräuter gewachsen, die jeder Gartenfreund kennt, aber nicht immer liebt, weil sie sich sehr stark ausbreiten können. Schwester Birgit sieht das Positive:
„Die Natur hilft uns, gesund zu bleiben; weit gehen müssen wir dafür nicht.“
Sie empfiehlt, die Vielfalt des Frühlings intensiv zu nutzen, indem man die Kräuter auch als Mischung verwendet. „Ein solcher ,Eintopf' wird zwar nicht immer vom Körper voll ausgeschöpft, doch sollte man ihm jetzt möglichst viele der Vitamine, Mineral- und Bitterstoffe aus der Natur zur Verfügung stellen.“
Autor: Hubert Mathes