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Beliebt bei Pilgern: Dauerläufer Jakobsweg

2015 wurde die zweithöchste je dokumentierte Pilgerzahl erreicht – Dieses Jahr „Heilige Pforte“ offen

Pilger auf dem Jakobsweg. Die Fußreise nach Santiago de Compostela erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Foto: actionpress

Der Jakobsweg zum Grab des heiligen Apostels Jakobus in Santiago de Compostela erlebt einen ungebrochenen Boom. Im abgelaufenen Jahr 2015 bekamen rund 262000 Pilgerinnen und Pilger im Pilgerbüro die begehrte „Compostela“-Urkunde – die zweithöchste Zahl, die jemals registriert wurde. Nur im letzten „Heiligen Jakubusjahr 2010 (der Jakobustag am 25. Juli fällt dann auf einen Sonntag) waren mit 272412 Pilgern noch mehr Ankömmlinge registriert worden.

In den 1970er Jahren lagen die Pilgerzahlen noch im zweistelligen Bereich; in den 80er Jahren bewegte sich die Spanne zwischen 209 (1980) und 5760 (1989). Mitte der 1980er Jahre hatten Papst Johannes Paul II. sowie der Europarat das Jakobspilgern neu belebt.

Der stärkeren Nachfrage haben längst zahlreiche Neueröffnungen von Pilgerherbergen entsprochen; sie werden privat, kirchlich oder von der öffentlichen Hand unterhalten. Bei den teureren Privatherbergen lässt sich der Trend zu einer stärkeren Ausrichtung auf Komfort beobachten: ob bequemere Matratzen, drahtloser Internetempfang oder vereinzelt Kapselbetten, die ein höheres Maß an Privatsphäre garantieren. Unübersehbar ist eine Überkommerzialisierung, die von organisierten Gepäcktransporten bis zur Aufstellung von Getränkeautomaten reicht. Den Zustrom kann das freilich nicht bremsen.

Die beliebteste Strecke 2015 war einmal mehr der „Französische Weg“, der von den Pyrenäen über Pamplona, Burgos, Leon und Ponferrada nach Santiago führt. Zunehmend stärker frequentiert werden der „Portugiesische Weg“ von Portugal und der „Nordweg“ von der nordspanischen Atlantikküste her. Etwa 90 Prozent der Pilger treffen zu Fuß ein, knapp zehn Prozent mit dem Rad.

Verschwindend geringe Teile entfallen auf Reiter und Rollstuhlfahrer, deren Zahlen beide in diesem Jahr rückläufig waren. 70 Rollstuhlfahrer bedeuteten 2015 einen leichten Abfall im Vergleich zum Vorjahr (98); die Zahl der Reitankömmlinge sackte von 1520 auf etwa die Hälfte.

Frauen und Männer hielten sich einmal mehr die Waage, wobei alleinpilgernde Frauen neuerdings zu stärkerer Wachsamkeit gefordert sind. Ein Raubmord an einer Wallfahrerin aus den USA erschütterte im Frühjahr die Pilgergemeinschaft; der Täter wurde nach langer Suche gefasst. Vereinzelt kommt es gleichwohl zu Belästigungen von Frauen. Ein Handy kann dann gute Dienste tun.

Erfreulich für Jakobspilger ist das von Papst Franziskus ausgerufene „Heilige Jahr“ 2016 als „Jubiläum der Barmherzigkeit“. Es bedeutet, dass die Heilige Pforte der Kathedrale von San-tiago offensteht, was sonst nur in „Heiligen Jakobusjahren“ – das nächste Mal wieder 2021 – der Fall ist. Weniger erfreulich ist die teilweise Einrüstung der Kathedrale. Manche Restaurierungsmaßnahmen, auch im Inneren des riesigen Gotteshauses, werden sich über Jahre erstrecken. Ein neues Pilgerbüro gibt es seit kurzem auch. Es liegt nicht mehr nahe der Kathedrale, sondern ein Stück abseits in der Rua Carretas 33.

Ob der zu Weihnachten in die Kinos gekommene Jakobsweg-Film „Ich bin dann mal weg“ nach dem Bestseller von Hape Kerkeling erneut einen zusätzlichen Schub an Pilgern aus dem deutschen Sprachraum bringen wird, muss sich zeigen. Die Filmkritiker hielten eher den Daumen runter. (red)

Januar 2016

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